Villa Rathenau
- Wilhelminenhofstraße 75, 12459 Berlin
1902 wurde die Villa für Erich Rathenau (1871 bis 1903) gebaut, dem jüngsten Sohn des AEG-Gründers Emil Rathenau.
Erich Rathenau leitete den Aufbau des KWOs und wurde dessen Direktor. Er hatte den Wunsch, nah am KWO zu wohnen. Beauftragt mit dem Bau eines „Beamtenwohnhauses“ – so der offizielle Titel –
wurde der Hausarchitekt der Rathenaus, Johannes Kraaz.
Doch noch vor der Fertigstellung seiner Villa verstarb Erich Rathenau im Alter von 31 Jahren. Anschließend wurde die Fabrikantenvilla vergrößert und Betriebsdirektoren Peierls und Weber zogen mit ihren Familien ein. Der hauseigene Gärtner erhielt die Souterrain-Wohnung.
Zu DDR-Zeiten residierte die Leitungszentrale der Kabelwerke unter Direktor Pohler in dem Haus.
Alle wirtschaftlichen, sozialen und politischen Prozesse des Kabelindustrie der DDR wurden von diesem Haus aus gesteuert.
Nach der Wende wurde der östliche Teil des KWO-Geländes von der Berliner Landesentwicklungsgesellschaft (BLEG) erschlossen , die Villa wurde grundlegend saniert.
Im Jahr 2008 verkaufte die BLEG die Villa samt dazugehörigen Gartengrundstück mit 6500 Quadratmetern an die Elektro-Innung Berlin, die seitdem ihren Hauptsitz in der Villa hat. Die Innung vertritt mehr als 800 Mitgliedsbetriebe.
Die Villa steht unter Denkmalschutz . Als Schmuckstück in der Villa gilt ein mit goldenen Mosaiksteinen versehener Wandbrunnen. Teile originaler Wandmalerei und weitere innenarchitektonische Details sind erhalten geblieben.